Mit dem zum Wegweiser gehobenen Arm ging Horst Schubert vom Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch im Gedränge voran: “Jetzt kommen wir in den Thüringer Wald”, sagte er und reichte seinen Begleitern den nächsten Teller mit mundgerechten Bratwursthäppchen. Der Thüringer Wald lag gestern mitten auf dem Domplatz. Das Eichsfeld und das Gothaer Land waren gleich nebenan zu entdecken und damit die verschieden gewürzten Bratwürste.
Die Rostkultur brachte im fünften Jahr wieder Hersteller von Wurstwaren auf dem Platze zusammen. Die Wurstkönigin Annett Schlenstedt und Bratwurstkönig Andreas Henning starteten die Grillsaison durch den Anbiss einer Riesenbratwurst im Brötchen. Diese reichte ihnen eine Dame namens Nürnberger, was unter den Thüringern für freudiges Gelächter sorgte. Zuvor entzündete der Probst Johann von Siebeleben, der Arnstädter Klosterschreiber, in olympischer Manier das Feuer im größten Kaminzug-Grill der Welt mit einer Fackel. Das Bratwurstfeuer brachte er mit Rennsteigläufern sowie der ehemaligen Eisschnellläuferin Gunda Niemann-Stirnemann und dem ehemaligen Athleten Nils Schumann aus dem gut 25 Kilometer entfernt liegenden Bratwurstmuseum in Holzhausen.
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Bürgermeisterin Tamara Thierbach bissen ebenso in Bratwürste wie die Freunde der Thüringer Rostbratwurst vom Bratwurstmuseum. Am Nachmittag stellte der Verein die Grilltypen 1404 auf der Bühne vor. “Wir üben derzeit jede Woche”, sagte Vereinsvorsitzender Uwe Keith. Bei der Deutschen Grillmeisterschaft Mitte Mai in Gotha “werden wir Thüringen würdig vertreten”, versicherte Keith. Die Grilltypen werden den Wettbewerb in Mönchskostümen in der Kategorie Profi antreten, weil eine besondere Grilltype der Gruppe angehört: Der Grill-Europameister Uwe Hoßfeld. Das Menü verriet Uwe Keith noch nicht, es wird aber regional gefärbt sein. Ein weiteres neues Projekt der Freunde aus dem Bratwurstmuseum ist Rost brennt, ein Verzeichnis, das Bratwurststände in Thüringen aufnimmt. Auf der Internetseite können Vorschläge gemacht werden. Keith plant dazu auch ein Buch, das die 50 bedeutendsten Bratwurstroste in Thüringen in Wort und Bild vorstellt. Wunschtermin zur Fertigstellung des Werkes: “Nächstes Jahr zur Rostkultur”, so Keith optimistisch.
Zum ersten Mal waren dieses Jahr fünfzehn Hoheiten aus Thüringen und dem Bundesgebiet zu Gast bei der Rostkultur. Darunter die Thüringer Erdbeerkönigin, die Witzenhausener Kirschenprinzessin oder die Weinprinzessin aus Mecklenburg-Vorpommern. Am Stand des Bratwurstmuseums schlugen sie ihr Prinzessinnenlager auf und schrieben Autogramme für die Gäste.
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Es geht doch nichts über die Thüringer und Ihre Rostbratwurst!