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Text- und Fotoarchiv für Erfurt von Susanne Kay

Merkwürdige Welten liegen im Auge des Betrachters

„Eckart Hahn schafft eigene Welten, die merkwürdig sind”, fasste Galerist Dr. Jörk Rothamel die Arbeiten des aus Reutlingen stammenden Künstlers zur Ausstellungseröffnung zusammen. Die Malereien muten surreal an, sind überaus fotorealistisch gearbeitet und bieten viel Raum für Assoziationen. Das Bild entsteht im Auge des Betrachters neu. Der Künstler liefert die Versatzstücke dazu. Richtig erklärbar ist Hahn’s Kunst deshalb nicht. Das muss sie auch nicht sein.

Der Maler Eckart Hahn

Eckart Hahn bricht in seinen Gemälden mit gewohnten Sichtweisen und verleitet zu neuer oder anderer Wahrnehmung, zum Philosophieren und Psychologisieren. Vertraute Dinge tauchen in einem befremdlichen Kontext auf. Der über den Sinn des Gesehe­nen rätselnde Betrachter wird gefordert, beinahe gezwungen, sich mit dem Kunstwerk und seiner möglichen Bedeutung auseinander zu setzen: Sind die an den Beinen aufgehängten Menschen tot? Sind die Fellknäuel zu Füßen eines Mannes, der eine gelbliche Flüssigkeit aus einem blauen Eimer auf den Boden ausgießt, lebendige Tiere? Was für Tiere? Katzen viel­leicht? Warum ist die „Nordwand“ in Tuch gehüllt und in einem Schaufenster ausgestellt? Tappt der „Fallensteller“, der über mikadoähnlich aufgetürmte Hölzer watet, selbst in eine Falle? Die Kunst Hahn’s, der zur Vernissage seinen 36. Geburtstag feierte, pola­risiert und liefert keine eindeutigen Antworten. Vielmehr bietet sie einen Raum, in dem sich Gedanken entfalten können und sollen. Ebenso intuitiv entstehen die oft großformatigen Werke vorzugsweise mit Acrylfarben, in denen sich der Maler mit gesellschaftlichen Themen, ohne politisch sein zu wollen, auseinandersetzt. Eckart Hahn kam in Freiburg im Breisgau zur Welt, studierte Fotografie, Kunstgeschichte und Grafik und hat sich bereits international einen Namen gemacht. Hahn stellt aktuell auch in „Pablo’s Birthday“ in New York aus. Bereits am ersten Ausstellungstag waren alle Werke verkauft, und auch Jörk Rothamel ver­kündete nicht ohne Stolz, dass schon sechs Gemälde der Erfurter Schau noch vor dem Aus­stellungsbeginn verkauft worden seien.

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